EMDR: Vier Buchstaben mit Zauberkraft

Geschrieben von am 6. Juni 2016 | Abgelegt unter Grenzwissenschaft, Hypnose, Medizin, Psychologie, Wissenschaft

Sicher kennst Du gleiche oder ähnliche Situationen, die bei Dir unkontrollierbare Reaktionen hervorrufen. Vielleicht hast Du immer wieder Angst, vor Leuten zu sprechen oder der bevorstehenden Besuch beim Zahnarzt treibt Dir jedesmal den Angstschweiss aus den Poren. Oder Du machst bei Herausforderungen einen Rückzieher und spürst dabei, dass Du doch das Potential hast, um die Situation erfolgreich zu meistern. Sowas kannst Du einfach mit EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) auflösen und so Dein volles Potenzial entfalten.

Unser Gehirn ist ständig am Speichern aller positiven oder negativen Erlebnisse, die wir jeden Tag erleben. Ein ausgeklügelter „Reparaturmechanismus“ sorgt üblicherweise dafür, dass Negatives verarbeitet und anschliessend archiviert wird. So ähnlich, als wenn Du Dich in den Finger schneidest und Dein Körper die kleine Wunde ganz von selber mit „Bordmitteln“ heilt.

Gehirn verliert den Schlüssel zur Werkzeugkiste

Doch völlig unerwartet kann Dir etwas zustossen, mit dem das Gehirn nicht fertig wird. Das kann zum Beispiel ein einschneidendes Erlebnis sein, dass Angst auslöst, eine Mobbing-Situation, ein Unfall oder lebensbedrohliche Situationen im Krieg und auf der Flucht.
Solche negativen Erlebnisse speichert das Gehirn unverarbeitet ab, weil es in diesem Moment den Schlüssel zum „Reparaturset“ nicht findet und so keinen Zugriff auf die heilenden Ressourcen hat. Wir wissen noch nicht, nach was für einem Muster das Gehirn sich solche Erlebnisse aussucht.
Kommst Du später in eine ähnliche Situation, werden diese Erlebnisse wieder aktiviert. Das kann bei Dir Ängste, Blockaden, Schlafstörungen, Flashbacks, Schmerz ohne physische Ursache und vieles mehr auslösen.

Die Schatzkiste wieder öffnen

Jetzt gilt es, diese Erlebnisinhalte zu reorganisieren und neu zu bewerten. Wir können dabei nicht voraussehen, wie genau EMDR beim einzelnen Menschen wirkt.
Im wesentlichen nutzen wir EMDR, um beide Gehirnhälften über Augenbewegungen zu stimulieren. Dabei legst Du einen Teil Deiner Aufmerksamkeit auf das belastende Erlebnis, einen anderen Teil auf die Finger des Therapeuten.
Während das Gehirn nun seine Aufmerksamkeit teilen muss, kann es lernen, sich nicht von Gefühlen, Bildern und Gedanken überfluten zu lassen. So wird eine Distanz zum belastenden Material hergestellt und Du erlangst schrittweise die Kontrolle darüber.

Die sich bewegenden Finger führen zu einer Aktivierung beider Gehirnhälften und bringen zusätzliche Entspannung in das Erlebte, weil Anspannung und Entspannung gleichzeitig nicht möglich ist. Das gibt Dir eine weitere Entlastung.
Nun beginnt das Wunder von EMDR. Im Gehirn werden Stoffe ausgeschüttet, die die „Störefriede-Netzwerke“ im Nervensystem mit den Ressourcen-Netzwerken verknüpfen und so ein neues neuronales Netzwerk schaffen, dass wieder die Fähigkeit hat, sich selber zu reparieren. Das Erlebte wird anschliessend als Teil der Lebensgeschichte im Archiv ad acta gelegt und verliert so seine Kraft.

Entdeckung und Wirkungskreis

Die Psychologin Dr. Francine Shapiro bemerkte in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts bei einem Spaziergang, dass belastende Ängste und belastende Gedanken, die sie sich auf Grund einer bei ihr diagnostizierten Erkrankung machte, plötzlich und dauerhaft verschwanden.
Als sie den Spaziergang nochmals Revue passieren liess, fand sie heraus, dass sich ihre Augen wegen des Wechselspiels von Licht und Schatten im Park ständig hin und her bewegten, während ihre Gedanken um die Krankheit kreisten.
Aus dieser Entdeckung entwickelte Shapiro das Konzept der bilateralen (beidseitigen) Stimulation durch eine gezielte Serie von Augenbewegungen. Die Wirkung von EMDR ist mittlerweile durch viele Studien belegt.
EMDR wird laufend weiter entwickelt und findet seinen Einsatz längst nicht mehr nur im Bereich von Traumatisierungen. Auch Ängste, Blockaden und viele bekannte Störungen können erfolgreich angegangen werden und oft sind nur wenige Sitzungen für einen dauerhaften Erfolg notwendig.

Interessiert? Dann ruf einfach für einen Termin +41 44 912 32 32 an.

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Wer arbeitet eigentlich in der Hypnose?

Geschrieben von am 9. März 2016 | Abgelegt unter Coaching, Hypnose, Medizin, Mentaltraining, Psychologie, Systemische Arbeit

Immer wieder geistert die Meinung herum, ein Hypnotiseur blicke dem Klienten tief in die Augen, worauf der blitzschnell in die Hypnose geht. Später, wenn er wieder aus der Hypnose kommt, könne er sich an nichts erinnern, dafür seien seine Probleme gelöst.
Schön wärs, doch ganz so einfach geht es dann doch nicht. Denn Eigenarbeit der Klienten ist gefragt.

Hypnotiseure, wie auch ich einer bin, sind Helfer oder Begleiter der Klienten. Nicht mehr und auch nicht weniger. Denn jeder Mensch kann nur selber seine Bremsen lösen und sein Leben optimieren. Niemand, wirklich niemand kann ihm das abnehmen.

Am Anfang ist die Absicht

Bevor Du Dir überlegst, wie Du etwas in Deinem Leben verändern willst, musst Du erst einmal wissen, wo die Reise hingehen soll. Mal angenommen, Du willst abnehmen. Setz Dich hin, nimm ein Blatt und schreibe alle Gründe auf, weshalb Du abnehmen willst. Schreibe oder male auf, wie Du aussehen willst. Bis ins Detail. Du kannst auch ein Foto von früher dazukleben.
Während Du das machst wirst Du spüren, dass es dich zum Ziel zieht. Oder Du wirst einen inneren Widerstand gegen die Veränderungen wahrnehmen. Also mach weiter mit Deinem Blatt. Solange, bis Du genau und im Detail weisst, was Du willst. Das ist Deine Absicht.

Helfer finden

Im nächsten Schritt überlegst Du Dir, wer Dir helfen kann, Dein Ziel effizient zu erreichen. Das kann eine Ernährungsberaterin sein, von der Du Dich coachen lässt. Die gibt Dir Tipps oder erstellt einen Ernährungsplan für Dich und steht Dir zur Verfügung, wenn Du an Grenzen stösst.
Und das wars. Alles andere musst Du selber machen. Einkaufen, Kochen, Fitten – das ist Deine Action.

Hypnose sprengt Deine Grenzen

Was, wenn Du nach ein paar Tagen das Handtuch wirfst? Oder den Start Deiner Veränderung dauernd auf morgen verlegst? Dann rennst Du möglicherweise vergeblich gegen eine innere Blockade an. Und es macht Sinn, wenn Du die Hypnose dazu nutzt, um das Zeugs wegzuräumen, das Dir im Weg steht.
Glaub nur nicht, das würde der Hypnose-Therapeut für Dich tun. Kann er gar nicht. Er kann Dich ja nicht einmal hypnotisieren. Denn auch das musst Du selber machen.
Das fängt schon da an, wenn der Hypnotiseur Dir die Anweisung gibt: „Schliess Deine Augen!“. Ja wer muss die Augen schliessen? Richtig – Du selber. Ich kann das nicht für Dich tun, und auch kein anderer.
Was ich als Hypnotiseur (oder sonst ein guter Berufsmann oder eine gute Berufsfrau) hingegen gut kann – das ist ja mein Job – ist, Dich in Situationen in Deine Vergangenheit zu führen. In Situationen, in denen Du die Hindernisse aufgebaut hast. Dort bringen wir gemeinsam Licht ins Dunkel und Du löst Deine Probleme mit behutsamer Anleitung selber.
Das nimmt grad noch einem Ammenmärchen den Wind aus den Segeln: Du schläfst dabei nicht. Denn wenn Du wegtreten würdest, könntest Du ja Deine Veränderungen nicht anschieben. Und darum erinnerst Du Dich an alles, was in der Hypnose passiert ist. Weil das so ist, kannst Du selber auch in Trance jederzeit die Notbremse ziehen, falls Du das für zweckdienlich empfindest.
Wenn Du also ein Thema oder mehrere hast, frag einen Hypnotiseur Deines Vertrauens. Ein guter Coach und Therapeut, der mit Hypnose arbeitet hilft Dir auch dabei, Deine Absicht klar zu formulieren.

Hypnose ist ein ganz natürlicher Zustand, in den Du jeden Tah ein paar Mal rein und raus gehst.

Lies hier mehr darüber und machs einfach. Das Ziel wird Dein Lohn sein.

 

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Macht Hypnose schlank?

Geschrieben von am 22. Januar 2016 | Abgelegt unter Hypnose, Medizin, Mentaltraining, Psychologie, Systemische Arbeit

Manche Inserate versprechen vollmundig wie einfach es ist, mit Hypnose schlank zu werden. Doch sind da ein paar Dinge, die Du wissen musst, um tatsächlich Erfolg zu haben.

Das Wichtigste gleich vorneweg: Hypnose ist eine Methode, um die Ursache von Essstörungen zu finden und zu korrigieren. Hypnose „heilt“ nicht, sie ist einfach das „Taxi“, um von A nach B zu gelangen.
Das ist meine Sicht der Dinge und so gilt wie immer: Glaub mir nichts und hinterfrage alles.

Die Leere in Dir

Die meisten Menschen wenden sich mit den Wünschen an mich, Fressattacken zu stoppen oder nächtliche Kühlschrankorgien zu umschiffen. Oft höre ich den Satz: „Es“ zwingt mich einfach dazu und ich bekomme das nicht in den Griff.
Hinter solchen und ähnlichen Aussagen steckt das Unterbewusstsein, das auf diese Weise eine Leere kompensieren will. Frag Dich also einmal selber, wo und in welchen Bereichen Deines Lebens Du leer bist.

  • Füllt Dich Deine Arbeit aus?
  • Füllt Dich Dein Familienleben aus?
  • Füllt Dich Deine Freizeit aus?
  • Bist Du in einer Tretmühle und kannst – warum auch immer – da nicht raus?

Das sind nur ein paar von vielen Fragen, die Du Dir zu Deiner gegenwärtigen Situation stellen kannst.
Nun hat jeder von uns auch eine Vergangenheit und ist geprägt von Kindheitserlebnissen. Die zeigen Ihre Wirkung manchmal erst im Erwachsenenalter und liegen darum nicht einfach auf der Hand.
Auch dazu kannst Du Dir ein paar Fragen stellen:

  • Bist Du als Kind emotional genügend genährt worden?
  • Gabs in Deiner Kindheit „Kampf ums Futter“?
  • Musstest Du das, was Du gerne hattest, gegen Deinen Willen mit anderen teilen?

Auch das sind nur ein paar von vielen Möglichkeiten. Aus meiner Erfahrung hat der erste Punkt oft die grösste Wirkung. Stell Dir mal vor, wieviel Mama das fünfte Kind bekommt, wenn Mama noch vier andere zu versorgen hat und oft noch im elterlichen Betrieb mitarbeiten muss. Da entsteht ganz schnell Leere, die nie aufgefüllt worden ist. Und so versucht halt das Unterbewusstsein, dieses Defizit durch Essen auszugleichen.

Hypnose bringts ans Licht

In der Hypnose-Therapie führe ich Dich behutsam dorthin, wo alles begonnen hat. Und weil Du in einem angenehm entspannten Zustand bist, hast Du Zugriff auf die „Blackbox“ in Dir und kannst Korrekturen anbringen. Zum Beispiel einfach mal spüren, wie es ist, rundum genährt zu sein. Und dabei nimmst Du wahr, warum eben die Situation damals so war.
Frisch gestärkt und mit dem inneren Wissen um die Zusammenhänge kommst Du zurück in die Gegenwart und in den meisten Fällen kannst Du künftig selber entscheiden, ob Du den Kühlschrank öffnest. Weil „Es“ Dir jetzt die Wahl lassen kann.

Gewohnheitsmuster auflösen

Weil wir in unserem Gehirn wiederkehrende Muster automatisieren, um Energie und „Rechenkapazität“ zu sparen, haben sich im Lauf der Jahre Automatismen eingeschlichen, die Du ebenfalls kennen musst.
Diese Automatismen sind Deine Essgewohnheiten. Hast Du Dich mal beobachtet, wie und was Du isst, wenns mal hektisch ist? Weisst Du, wie sich Deine Essen zusammensetzt? Wievielmal isst Du im Tag und wieviel mal isst Du was zwischen den (üblicherweise) drei Mahlzeiten? Wie siehts mit Bewegung bei Dir aus?
Diese paar Themenkreise zeigen Dir, dass auch auf der „Hardware-Ebene“ Veränderungen nötig sind.
Das heisst nicht mehr und nicht weniger, als das Du begleitend zur Hypno-Therapie auch Dein Essverhalten und die Zusammensetzung Deiner Nahrung optimieren darfst.
Die beiden Dinge greifen wie Zahnräder ineinander und den grössten Erfolg kannst Du verzeichnen, wenn Du Dein Thema in allen diesen Bereichen angehst.

Stoffwechsel – die Chemiefabrik im Organismus

Wir bieten in unserer Praxis regelmässig die Möglichkeit, kostenlos mehr über die Funktion Deines Stoffwechsels zu erfahren. Ganz losgelöst von den psychischen Faktoren zeigen wir auf, was für Mechanismen im Zusammenhang mit dem was Du isst, das Abnehmen erschweren oder verhindern. Du lernst zudem an diesem Abend als eine Optimierungsmöglichkeit das Programm von Metabolic Balance kennen.

Auf unserer Webseite zielgenau.ch findest Du unter dem Titel „Vortrag Stoffwechsel“ den nächsten Termin.
Unsere zweite Webseite chisana.ch gibt Dir einen tieferen Einblick in die Thematik.

 

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Wie Du aus Weihnachten das Fest der Liebe machst

Geschrieben von am 21. Dezember 2015 | Abgelegt unter Hanspeter Eberle

Bald ist es soweit. Der Christbaum ist geschmückt, die Gäste sind eingeladen und die grossen und kleinen Kinder schwelgen in der Vorfreude auf den Weihnachtstag.
Oder sträubt sich das eine oder andere Deiner Nackenhaare, wenn die Schwiegermutter mitfeiert?
Ob das so ist oder ob Du dabei ganz entspannt bleibst, bestimmst Du ganz allein.

An vielen Universitäten wird geforscht, wie wir funktionieren. Neurowissenschaftler, Kommunikationsexperten und andere mehr gewinnen fast täglich neue Erkenntnisse. Und immer mehr kristallisiert sich heraus, was die alten Schamanen schon seit Jahrhunderten wissen: Die Energie folgt den Gedanken.

Gefühle bestimmen Deine körperliche Befindlichkeit – und umgekehrt

Eine kühne Aussage. Der britische Psychologie-Professor und Glücksforscher Richard Wiseman untermauert das mit unzähligen Experimenten. Wir brauchen etwas von diesem Wissen, um es an Weihnachten für uns nutzbringend einzusetzen.
Mal angenommen, Du bist heute mit dem linken Fuss aufgestanden. Es geht Dir durchzogen, unerklärliche Traurigkeit oder sonst eine unnütze schlechte Emotion wollen sich in Dir breitmachen. Doch dem bist Du nicht ausgeliefert. Fang einfach an zu Lachen. Ja, ich weiss, es gibt grad nichts zu lachen. Totzdem: Tu es einfach. Mach Lachgeräusche und verziehe dein Gesicht dabei. Einfach ganz mechanisch. Und freu Dich darüber, dass es Dir in kurzer Zeit besser geht.
Das kommt davon, dass schlechte Gefühle Deinen Körper beeinflussen. Und das ist umkehrbar. Über körperliche Aktion – hier das Lachen – machst Du Dir Glücksgefühle.
Auch Dein Selbstvertrauen kannst Du einfach anheben: Press die Faust Deiner stärkeren Hand zusammen und nimm wahr, wie Du Dich sofort stärker und unangreifbarer fühlst.

Jetzt die Weihnachtstipps

  • Trefft von Anfang an klare Vereinbareungen über das Schenken. Vor allem dann, wenn Ihr Erwachsenen alleine feiert, weil die Kinder auch schon erwachsen sind es noch keine Kindeskinder gibt.
  • Hast Du eine Patchworkfamilie? Zum Beispiel die Mutter Deiner (kleinen) Kinder und eine neue Partnerin? Solltest Du mit dem Gedanken spielen, ein gemeinsames Fest zu feiern: Vergiss es! Oft blenden die Kinder die neue Partnerin aus und beschäftigen sich mit Mami und Papi. Fazit: Die neue Partnerin fühlt sich überflüssig und geht und die Kinder basteln sich die Illusion, Mami und Papi würden wieder zusammenkommen und es würde alles so werden wie früher. Eine Illusion, die Du nicht erfüllen kannst. Mit Partnern verhält es sich genauso.
    Meine Erfahrung: Kinder packen gerne an verschiedenen Tagen Päckli aus und feiern.
  • Kinder sind am Weihnachsabend Adrenalinschleudern pur. Und entsprechend quengelig, denn sie haben sich mit Baumschmücken, Guetslibacken und allerlei Vorbereitungen – multipliziert mit der Vorfreude auf die Geschenke – bis Oberkante Unterkiefer damit aufgeladen.
    Also ab in die Natur. Lass die Kids rumtollen. Deine Nerven und Deine Gäste sagen Danke.
  • Mach die Faust und mach Dich stark. Und sag dann Deinen Gästen, dass Reizthemen wie Politik oder das Ausgraben uralter Geschichten (machen Mütter gerne) heute die Tabus des Abends sind.
  • Hält sich jemand von den Gästen nicht daran, so geh kurz raus, lach eine Minute, mach die Faust, geh wieder rein und sage höflich und bestimmt, dass hier, in Deinem Haus , Deine Regeln gelten. Und das Du einen schönen Abend haben willst. Glaub mir, eine derart klare Ansage zeigt Wirkung
  • Und wenn Du Dir ein kleines Weihnachtsgeschenk machen willst, so passt doch dieses Buch von Richard Wisemann ausgezeichnet.

     

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    Sind unsere Daten sicher vor staatlichen Schnüfflern?

    Geschrieben von am 2. November 2015 | Abgelegt unter Hanspeter Eberle

    Ein neues Nachrichtendienstgesetz soll in der Schweiz kommen. Es soll die Staatsschnüffelei vorerst in den Bereichen Terrorismus und Kinderporno ermöglichen. Doch, einmal in Kraft, dürfte es nicht lange dauern, und salamirädchenweise kommen neue Einsatzszenarien dazu. Im Extremfall via PC-Kamera bis ins eigene Schlafzimmer.

    Datenschutz wird in unseren Praxen grossgeschrieben. Denn das Recht auf Privatsphäre ist fundamental. Das unterschreiben wir doppelt.
    Hier gehts nicht um unsere Schweigepflicht als Therapeuten, die ist für uns so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche.

    Schutz der Klientendaten noch gewährleistet

    Es geht hier um den sensiblen Umgang mit Patienten- und Klientendaten im Allgemeinen. Seit Anfang dieses Jahres verlangen beispielsweise die Krankenkassen, dass im Bereich der Physiotherapie elektronisch abgerechnet wird. Das bedeutet, dass die Abrechnungsdaten und Verordnungen nun an den Hersteller unserer Abrechnungs-Software übermittelt werden müssen und dieser schickt sie weiter zu einer Firma, die das alles dann der richtigen Kasse zustellt.
    Schön für die Umwelt, es braucht kein Papier mehr. Von der Datensicherheit her sind der Übermittlungsweg und die involvierten zwei Firmen – NOCH – unbedenklich.

    Stasi auch im Schweizerland

    Vielleicht fragen Sie sich, weshalb hier ein NOCH steht. Das ist schnell erklärt: In der letzten Session haben National- und Ständerat das neue Nachrichtendienstgesetz (NDG) verabschiedet.
    Tritt es in Kraft, so bekommen staatliche Organe einen Freipass, um überall da elektronisch rumzuschnüffeln, wo etwas sein könnte. Zwar begrenzt das Gesetz anfangs die Einsatzgebiete doch liegt es auf der Hand, dass per Salamitaktik (und führen uns unsere Politiker immer wieder vor Augen) in kurzer Zeit einfach jeder und alles bespitzelt wird.
    Sei es durch Datenspeicherung auf Vorrat, sei es durch das Implementieren eines Trojaners auf Ihrem PC, der es den Möchtegern-Bonds ermöglicht, via Kamera Ihres Rechners direkt in Ihr Wohnzimmer zu gucken und auch grad mitzuhören, was Sie da so reden.
    Und unsere gesicherten Patientendaten? Nun die sind dann halt auch nicht mehr sicher. Weil die Staatshacker da auch hineingreifen können.

    Cinceras halblegalisierter Papieraufwand

    Wer heute 50+ Jahre jung ist, erinnert sich sicher noch an die Affäre Cincera. 1976 knackten Aktivisten das Archiv des selbsternannten Subversivenjägers Oberstleutnant Ernst Cincera in Zürich. In diesem Archiv waren Tausende von Fichen, die der unermüdliche Lokalpatriot über irgendwelche Menschen angelegt hat, die nicht der stramm politischen Einstellung der damaligen Zeit entsprochen haben. Diese Daten hat er unter anderem Firmen zur Verfügung gestellt, bei denen sich solche Menschen beworben haben und hat so vielen Leuten, die sich nichts zuschulden kommen liessen, einfach mal auf Verdacht hin die Karriere zerstört.
    Ende der 90er des letzten Jahrhunderts kam auch ans Tageslicht, das staatliche Organe seit 1900 über 900’000 Fichen angelegt hatten. Nicht nur über politisch „bedenkliche“ Menschen. In Zürich führte die Stadtpolizei ein „Schwulenregister“, in dem Homosexuelle gezielt erfasst und überwacht wurden.
    Frei nach dem Film „Casablanca“: „Schaffen Sie die üblichen Verdächtigen her.“

    Daten werden heute im Nu abgegriffen

    Wohlverstanden, damals steckten die Computer noch in den Kinderschuhen. Heute ist es mit etwas Hackerkunst viel einfacher, Daten aller Art zu stehlen.
    Klar, auch Facebook und Google sammeln Daten. Nur können Sie selber entscheiden, ob Sie einen entsprechenden Account anlegen und so das Sammeln und Auswerten in Kauf nehmen – oder eben nicht. Zudem entscheiden Sie, ob Sie etwas posten oder nicht.
    Die Staatschnüffler holen sich das alles direkt von Ihrem PC, ob Sie wollen oder nicht. Weil sie das gar nicht merken.

    Ja, auch ich habe nichts zu verbergen. Bin ich deshalb vor den Staatshackern sicher? Mitnichten, denn wer weiss, aus was für einem Anlass – vielleicht durch eine Verkettung von Zufällen – ich in deren Visier gerate.

    Das Fazit der Sache gipfelt in der einfachen Frage: „Soll dieses neue Gesetz Wirklichkeit werden oder nicht?“

    Wenn Sie so wie ich der Meinung sind, dass sich so etwas schlicht nicht gehört, so haben Sie die Möglichkeit, das Referendum gegen die Macht, die Einzelne so bekommen, zu ergreifen.
    Klicken Sie hier und holen Sie sich Unterschriftenbögen.
    An der Urne liegt es dann am Volk, Ja oder Nein zu sagen. Und genau diese Möglichkeit steht uns zu. Nutzen Sie die Chance, Ihre Privatsphäre zu verteidigen.

     

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