Kann Hypnose Süchte wegmachen?

Geschrieben von am 31. August 2015 | Abgelegt unter Hanspeter Eberle, Hypnose, Medizin, Mentaltraining, Psychologie, Systemische Arbeit

Die Frage nach der Therapierbarkeit von Süchten mit Hypnose wird mir immer wieder gestellt.
Die Antwort darauf ist ein klares Ja. Sucht ist eine Disharmonie in der Beziehung zu sich selbst und geht oft einher mit daraus entstandenen körperlichen Abhängigkeiten. So kann in vielen Fällen Hypnose allein sehr wirksam sein, in anderen Fällen hilft sie unterstützend bei körperlichen Entwöhnungsprozessen.

Erst einmal gibt es etwas klarzustellen. Hypnose als solche kann nichts von alleine. Hingegen ist sie das Mittel der Wahl, um mit sich selbst auf einer tiefen Ebene in Beziehung zu treten. Das bedeutet, dass der Hypnotisand (Klient) in der Hypnose Prozesse durchläuft und seine Blockaden selber lösen muss.
Der Hypnotiseur ist nur der Guide, der die Klienten durch ihre Prozesse führt. Und weil Klienten ihre Prozesse bewusst durchlaufen und jederzeit die Möglichkeit haben, etwas zu tun oder nicht zu tun, liegt die Entscheidung und so der Therapieerfolg ganz in deren Händen.

Hypnose und der blaue Dunst

Das Rauchen aufzugeben ist eines der häufigsten Anliegen. Erst einmal klären wir ab, ob eine Nikotinsucht vorliegt oder ob aus einem angelernten Verhalten in der Jugend einfach eine Gewohnheit geworden ist. Wann also ist jemand nikotinsüchtig? Da gibt es ein paar Fragen, die Sie sich selber stellen dürfen.

  • Wieviele Zigaretten rauchen sie im Tag (24 Std)? Nehmen wir mal an, 20.
  • Wie lange brauchen Sie für eine Zigarette? Nehmen wir mal an, Sie „fressen“ die Dinger in drei Minuten.
  • Wie lange schlafen Sie in der Nacht? So an die acht Stunden?
  • Wievielmal stehen Sie nachts auf, um eine zu rauchen? Nie?
  • Fällt es Ihnen leicht, auf längeren Flügen Nichtraucher zu sein?

Nur mal angenommen, Sie rauchen 20 Zigaretten – dann ergibt das 60 Minuten oder eine Stunde pro Tag, in der Sie Raucher sind. Vor allem dann, wenn Sie nachts nicht aufstehen…
Die übrigen 23 Stunden sind Sie dann logischerweise Nichtraucher.
Wenn der Fall so liegt, scheint es sich beim Rauchen nur um eine Gewohnheit aus früheren Zeiten zu handeln.

Rauchen und Selbstvertrauen

Deren Ursache liegt oft irgendwo in der Jugend. Während der Pubertät beginnt sich ein junger Mensch mehr und mehr vom Elternhaus abzulösen und umgibt sich mit Gleichaltrigen in einer Clique. Ist nun so ein junger Mensch nebst allen Ereignissen der Pubertät noch mit mangelndem Selbstvertrauen geschlagen, orientiert er sich ganz schnell mit den dominanten Cliquenmitgliedern. Rauchen die, so wird er auch damit beginnen – einfach um dazuzugehören.
Wie sich das Selbstvertrauen eines Menschen entwickelt, hängt in grossem Mass von der kindlichen Prägung ab. Ermuntern einen die Eltern oder tun sie alles ab, was man tut, nehmen Eltern ihr Kind wahr und an, so wie es ist oder wollen sie es unbedingt verändern: Das sind nur ein paar Anhaltspunkte, wohin die Reise in Hypnose gehen kann.

Körperliche Abhängigkeit

Ist nun ein Raucher nikotinabhängig oder ein Trinker vom Alkohol oder jemand, der Heroin spritzt oder Kokain schnupft von diesen Substanzen, ist es angezeigt, nebst der Hypnosetherapie auch einen körperliche Entgiftung in die Wege zu leiten. Denn nur dann, wenn die körperlichen Symptome überwunden werden, ist auch eine nachhaltige Therapie auf der mentalen Ebenen möglich.
Und auch hier gilt: Es geht nur das, was ein Klient bereit ist zu machen und was er zulässt. Das bedeutet auch in diesen Fällen, dass der Klient aus der Sucht aussteigen will und das mit externer Hilfe eigenverantwortlich tut.

Selbstzerstörung als Ursache

Drogen und übermässigem Konsum anderer Substanzen – auch Alkohol und Nikotin – liegt oft ein Selbstzerstörungs-Szenario zu Grunde.
Im therapeutischen Rahmen reisen wir hier zurück, um den Auslöser zu finden, der zu diesem unbewussten „Ich will nicht mehr Leben“-Verhalten geführt hat.
Eine gute Frage dazu habe ich vor vielen Jahren von einem meiner Trainer gelernt. Klienten, die sich in der Selbstvernichtungs-Spirale befinden fragt er vor Beginn der Therapie: „Wollen Sie nicht mehr leben oder wollen Sie SO nicht mehr leben?“
Die Frage wirkt Wunder und öffnet fast immer den Weg dahin, wo der Grundstein zur Sucht gelegt worden ist.

Wollen Sie mehr wissen? Schicken Sie mir einfach ein Mai an hpe (Punkt)zielgenau (at) gmail (Punkt) com oder schreiben Sie ins Kommentarfeld.

 

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