Bereit für den 1. August? Das Schweizer Psalm-Tutorial macht fit dafür!

Geschrieben von am 31. Juli 2010 | Abgelegt unter Esoterik, Hanspeter Eberle, Kommunikation, Kultur, Meine Meinung, Psychologie

Am Sonntag haben wir ihn wieder: Den 1. August. Unseren Nationalfeiertag oder auf Neudeutsch: Den Swiss Independence Day.
Angeblich haben am 1. August 1291 drei Vertreter der Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden auf dem Rütli unter anderem geschworen, fremde Vögte aus dem Land zu jagen. Damals war die Schweiz von den Habsburgern besetzt, was wohl unsere immerwährende Liebe zu unseren österreichischen Nachbarn erklärt.
„Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern…“ sind die ersten Worte des Rütlischwurs. Die Schwestern sind dabei vergessen gegangen was mich nicht weiter verwundert, denn die drei Urkantone waren und sind stockkatholisch.

Traditionsgemäss brennen landauf und landab Höhenfeuer und mehr oder weniger lokale Politikerinnen oder gar Bundesräte schwingen markige Reden. Umrahmt von Jodler- und Trachtengruppen, Fahnenschwingern und natürlich als zentralem Bestandteil unserer Nationalhymne. Und auch die hat ihre Geschichte.

Im Sommer 1841 erhält der Urner Priester und Komponist Alberik Zwyssig (1808-1854) von seinem Zürcher Bekannten Leonhard Widmer (1809-1867) – einem Musikverleger einen patriotischen Liedtext zur Vertonung. Er wählt den Messgesang auf den Psalmtext „Diligam te Domine“ (Ich will Dich lieben, Herr), den er 1835 für eine Pfarrinstallations-Feier komponiert hat.
Schliesslich, nach vielen Anpassungen und Diskussionen, probt Zwyssig mit vier Zuger Statdbürgern „am Abend des Cäcilientages, Montag, den 22. November 1841, zu St. Carl im 1. Stock in der Stube gegen See und Stadt hin“ zum ersten Mal seinen „Schweizerpsalm“ (nach einem Bericht von Oberstleutnant Franz Uttinger, der den ersten Bass sang).

So, nun weiss ich endlich, weshalb es in Zürich eine Zwyssigstrasse und eine Widmerstrasse gibt.
Und die Geschichte geht weiter.

1961 beschloss der Bundesrat, der „Schweizerpsalm“, eine rein schweizerische und unverwechselbare Schöpfung, zur provisorischen Nationalhymne.
Nach dreijähriger Probezeit sprachen sich zwölf Kantone zugunsten des „Schweizerpsalms“ aus, während sieben für eine verlängerte Probezeit plädierten, und nicht weniger als sechs das Lied als Staatssymbol ablehnten. Trotz des zwiespältigen Ergebnisses wurde 1965 die vorläufige Anerkennung des „Schweizerpsalms“ als Nationalhymne bestätigt, diesmal unbefristet.
In der Folgezeit gingen mehrere Vorschläge für einen neuen Nationalgesang in Bern ein. Dem „Schweizerpsalm“ stand jedoch nach wie vor keine andere Komposition gegenüber, die auch nur annähernd so viele Stimmen auf sich vereinigen konnte. So erklärte denn schliesslich der Bundesrat am 1. April 1981 den „Schweizerpsalm“ ohne Wenn und Aber als Nationalhymne der Eidgenossenschaft.

Soviel zum geschichtlichen Hintergrund. Tatsache ist, dass fast keiner den Text der Landeshymne kennt. Nach „Trittst im Morgenrot daher…“ ist bei den meisten Schweizerinnen und Schweizern Funkstille.

Übermorgen gilts ernst und der Text sollte intus sein. Wobei die dritte von vier Strophen meist übersprungen wird.

Also bekommt Ihr alle von mir ein Landeshymnen-Tutorial als Sommergeschenk.

Einfach die Musik hören und den passenden Text herunterladen. Und dann kräftig mitsingen.

Schweizer Nationalhymne

Downloaden für den MP3-Player geht ganz einfach. Mit rechter Maustaste auf den Link klicken und „Ziel speichern unter“ wählen.

Schweizer Nationalhymne

Um den gewünschten Text im PDF-Format anzuzeigen, einfach auf den Link klicken.

Text Schweizer Nationalhymne Deutsch

Text Schweizer Nationalhymne Italienisch

Text Schweizer Nationalhymne Französisch

Text Schweizer Nationalhymne Rätoromanisch

Jetzt seid Ihr kulturell und patriotisch optimal gerüstet. Auf dem Weg zum Höhenfeuer noch einen Servelat oder eine OLMA-Bratwurst mit Bürli und ein grosses Bier aufpacken damit die leiblichen Wünsche optimal abgedeckt sind.

Und so gestärkt die Hymne schmettern macht ganz einfach

Mehr Lebensfreude!

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Ein Kommentar zu “Bereit für den 1. August? Das Schweizer Psalm-Tutorial macht fit dafür!”

  1. am 3. August 2010 um 10:27 1.der Jüngere schrieb …

    Ich hätte noch einen Nachtrag:
    Zur neuen Identität würde ja noch Neudeutsch (sprich Englisch) gehören – „Stepping in during the morning red, I can see you in the nuclear sea“ etc.) Oder auch für einbürgerungswillige Migranten „Ey Mon, was chunnsch im Morgärot da anä, wotsch Puff? Und warum ich gsehn dich det mit Sternli und so“, wäre noch einzubauen.

    Zu den vergessenen Schwestern: das Frauenstimmrecht wurde ja erst viel später eingeführt – deshalb wohl finden die Damen keine Erwähnung.
    Es lebe der Patriotismus (ist der eigentlich männlich oder weiblich)?
    Gott zum Grusse
    ein österreichischer Schweizer

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