Sieg des Geistes über das Fleisch – zur Belohnung die Relax-Oase im Tessin

Geschrieben von am 23. August 2011 | Abgelegt unter Allgemein, Coaching, Hanspeter Eberle, Kultur, Mentaltraining

Am 13. August 2011 bin ich mit meinem Vollmetall-City-Bike (Einziger Luxus: 21 Gänge…) von Göschenen nach Airolo gefahren. Göschenen liegt auf 1’111müM, Airolo auf 1’175müM. Also auf 30.9km Strecke eine Höhendifferenz von 64 Meter. Doch da ist noch der Gotthardpass dazwischen. Und dessen effektive Passhöhe ist 2’106müM…

Einfach mal so über den Pass: Diese Idee geistert schon ein paar Jahre in meinem Kopf. Weit davon entfernt eine Sportskanone zu sein, ist Bewegung vor allem dann angesagt, wenns draussen schön ist. Die Sonne hat sich seit Mai des öfteren verzogen und so sind meine sportlichen Vorbereitungen grad mal etwa 700km Velofahren mit moderaten Steigungen, einmal pro Woche 1.6km Schwimmen und ab und zu Lauftraining im Wald.

Erstmal gehts locker

Vom Bahnhof Göschenen – wo ich gegen 11.45 starte – bis Andermatt gehts ganz gut – trotz oder vielleicht wegen der Serpentinen.
Einzig die schmale Strasse und der rege Auto- und Töff-Verkehr stören.
Auf dem Weg nach oben begegnen mir Leute, die grad das Alpenbrevet erwerben. Die fahren an einem Tag erst über den Grimsel, dann über den Nufenenpass, als zweitletzte Etappe über den Gotthard via Südseite und als Dessert nehmen die noch den Susten mit.
Von Andermatt bis Hospental ist flache Ausruhestrecke, ab dann steigts wieder.

Die Gedanken in die Ferien schicken

Bis etwa Kilometer 14 empfinde ich die Steigung etwa so, wie von Küsnacht auf den Pfannenstiel.
Ab Kilometer 14 – beim Restaurant „Mätteli“ beginnt eine langgezogene Steigung die von unten recht harmlos aussieht.
Doch die Realität ist anders und ich beginne langsam zu leiden und schrappe auf den letzten 1.5 Kilometern an meiner derzeitigen Grenze entlang.
Ich schicke meine Gedanken auf Reise und „es“ pedalt einfach von Meter zu Meter.
Diesen Effekt nenne ich für mich „Sieg des Geistes über das Fleisch“. Denn auf einer zweiten Gedankenebene blende ich den schmerzenden Po (Velosättel können brutal sein – auch teure) aus und auch die Muskeln, die mehr und mehr brennen.

Plötzlich ist es vorbei

Und auf einmal ist sie da: Die Passhöhentafel. 2’106müM wirds flach und ich fahre die letzten Meter zum Hospiz.
Dort brauche ich mal einen Moment Zeit um zu fassen, dass ich den Gotthard bezwungen habe.
Ich fühle mich frei, stolz und trotz der Leistung voller Energie. Irgendwie weiss ich tief in meinem Inneren, dass ich alles erreichen kann, was ich erreichen will. Diese Energie nehme ich mit Sicherheit mit in meinen Alltag.
Etwas rasten mit Bratwurst und Bürli und schon gehts weiter. Diesmal die Tremola (Uralt-Serpentinen-Kopfsteinplaster-Gotthardstrasse) herunter bis nach Airolo.
Und noch immer begegnen mir Alpenbrevet-Absolventen. Hut ab vor denen.

Ferdinand Hodlers Vorlage

Vielleicht hast Du Ferdinand Hodlers Postkutschen-Gemälde schon mal irgendwo gesehen.
Mein Foto könnte glatt die Vorlage dazu gewesen sein. Mit der alten Postkutsche kannst Du in einer Tagesreise von Andermatt nach Airolo fahren.
Es ist richtig heiss und ich bin froh um den kühlen Fahrtwind. Eine richtige Schussfahrt (auf den Strassenteilen ohne Kopfstein) bringt mich zum Bahnhof Airolo. Hier wird das Velo aufs Auto gepackt und wir fahren bis zu unserem Ferienlogis.

Venus Garden Brissago

Seit Jahren fahre ich für einige Tage ins Tessin. Und manchmal denke ich mir, dass hier zu leben auch ganz toll sein muss.
Immer wieder gabs die Möglichkeit, die Zeit in Wohnungen von Freunden zu verbringen. Mal auf der Locarno-Seite, mal ennet dem Monte Ceneri in der Gegend von Lugano.
Diese Möglichkeiten sind Vergangenheit. Ich bin ganz eindeutig lieber am Lago Maggiore – also haben wir letztes Jahr in dieser Gegend gesucht und den Venusgarden – ein Bed & Breakfast oberhalb Brissago gefunden.
Der Name passt, das Haus liegt mitten im Grünen und verspielte Statuen verwandeln den auf zwei Plateaus angelegten Garten in eine Zauberlandschaft. Mit einem herrlichen Blick über den Lago Maggiore.
Die Besitzer – Helena und Solomon – empfinden wir als Gastgeber mit Herzblut.
Es stimmt einfach alles – vom Zimmer, der Aussicht, dem Frühstück und der Freundlichkeit und dem Engagement der beiden.
Schau einfach hier mal selber rein.

Aktivität oder relaxen – alles ist möglich

Wenn Du Bewegung magst kannst Du zu Fuss ca.400 Teppenstufen nach Brissago ins Lido zum Schwimmen gehen oder mit dem Postauto nach Locarno und am Bahnhof ein Velo mieten. Über die Magadinoebene radelst Du ein Stündchen bis Bellinzona – alles topfeben.
Jeweils am Mittwoch ist grosser Markt in Luino – da kommst Du bequem mit dem Schiff hin.
Etwas oberhalb vom Venus Garden ist das Restaurant „Bellavista“ mit vielen leckeren Spezialitäten zu moderaten Preisen. Und dem Riesenspektrum der Aussicht von Locarno bis weit ins Italienische.
Uriger bekommst Dus im „Grotto Scalinato“ in Tenero. Tessiner Spezialitäten sind hier Trumpf und meine Empfehlung sind „Penne Ticinese“. Das sind Penne mit Tomatensauce und der Tessiner Nationalwurst Luganighe, dazu einen klassischen Tomatensalat mit Kräuselgrünzeugs und eine echte Gazosa (Zitronenlimonade) in der Bügelflasche.

Wenn Du mehr Tipps haben willst poste einfach Deine Wünsche in den Blog.

Auf jeden Fall machen der Gotthard und der Venus Garden richtig viel Lebensfreude!

Print Friendly, PDF & Email

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben