Ein Franken für ein Smartphone oder wie Telekommunikationsanbieter „fast gratis“-Bewusstseinsfelder schaffen

Geschrieben von am 18. November 2011 | Abgelegt unter Allgemein, Hanspeter Eberle, Kommunikation, Meine Meinung


Derzeit läuft bei allen Telefonanbietern die Vorweihnachtswerbung auf Hochtouren. Das iPhone 4S von Apple und das Galaxy II von Samsung sind die aktuellen Renner. Die Verlockung ist gross, sich so ein cleveres Teil zuzulegen. Denn was ist schon ein Franken für so ein edles Teil!
Doch sind die Angebote, die durch die Werbung ins Bewusstsein gehämmert werden, wirklich zu Deinen Gunsten? Wir haben das mal beim Schweizer Anbieter Sunrise recherchiert.

Tja, wie machen die das bloss? Richtig teure Geräte für einen Franken verkaufen und dabei so tun, als wäre das ein Geschenk für den Kunden? Da legen die Ärmsten doch richtig drauf. Oder doch nicht?

Happige Abokosten

Damit Du also bei Sunrise ein iPhone für CHF 1.00 bekommst, musst Du ein Abo mit 24 Mt. Laufzeit für CHF 125.00/Monat abschliessen. Auf zwei Jahre macht das dann CHF 3’000.00 an Abogebühren.

Das Galaxy II wird beworben mit Sunrise Flat 2 was bedeutet, dass Deine monatlichen Abokosten CHF 65.00 betragen. Die Vertragsdauer ist ebenfalls 24 Mionate und verursacht in dieser Zeit Abokosten von CHF 1’560.00
Inbegriffen sind alle Gespräche ins Schweizer Festnetz und mit Sunrise-Handys. Telefonieren in andere Mobilnetze kostet 0.30/Minute extra, eine SMS kostet 15 Rappen.
Weiter kannst Du 500MB versurfen – die sind allerdings beim Videogucken oder Musikhören im Mobilenetz bald aufgebraucht. Und dann wird richtig teuer, weil jedes zusätzliche MB 10 Rappen kostet.

Es geht auch anders

Nur mal angenommen, Du bist durchschnittliche Handy-Nutzer und rufst ab und zu mal Deine Mails ab, suchst Dir eine Zugverbindung raus und nutzt, wenn immer möglich, WLan-Anbindung um Daten runterzuladen.
Du telefonierst wenig mit dem Handy – vielleicht drei bis vier mal im Tag und sendest vielleicht täglich fünf SMS.

Wenn Du Dir eine Prepaid bei Sunrise zulegst, bekommst Du standardmässig das Produkt „Sunrise go Dayflat“. Das bedeutet, dass Du für ein SMS und ein Gespräch je CHF 1.00 bezahlst. Danach kannst Du den ganzen Tag weiter telefonieren und smsen – es bleibt bei diesem Franken. Surfen kommt extra und ist ziemlich teuer.
Das Dayflat lohnt sich also kaum – denn bei täglich einem SMS und einem Gespräch bist Du ohne Surfen monatlich bei CHF 60.00 – ein Abo ist dann (mit Surf) günstiger.

Undokumentierte Prepaid-Funktion

Mal angenommen, Du bist da irgendwo zwischen allen Stühlen und suchst eine günstigere Variante, die optimal auf Dein Nutzerverhalten zugeschnitten ist.
Die gibts tatsächlich. Sende mit Deinem Sunrise-Prepaid Handy das Wort „Go“ an die Nummer 5522 und schon tickt Dein Handytarif individuell. Du zahlst dann 12 Rappen pro SMS, 25 Rappen ins Festnetz und auf Sunrise Handys und 45 Rappen ins übrige Schweizer Mobilnetz.
Dazu aktivierst Du den Spartarif fürs Surfen und zahlst für 250MB grad mal CHF 7.50 im Monat.
Du kannst auch die Dayflat nur fürs Telefonieren oder SMSen aktivieren – ganz wie es beliebt.
Hier gehts zum versteckten Link von Sunrise.

Smartphone selber kaufen gibt Freiheit

Dafür kaufst Du Dir Dein Samsung Galaxy II selber – zum Beispiel bei Digitec für CHF 498.00.
Für das iPhone hält Apple die Preise künstlich hoch und der Apfel kostet Dich gegen CHF 700.00.

Der Vorteil davon ist, dass Du dabei echt sparst. Mit dem Prepaidangebot und dem Direktkauf des Handys bist Du noch meilenweit weg von den über 24 Monate gerechneten Abopreisen. Zudem hast Du die Freiheit, jederzeit den Anbieter zu wechseln.

Wir haben das Sunrise-Beispiel genommen weil wir es genauso wie beschrieben nutzen.
Doch es geht noch günstiger mit Kassensturz-Testsieger und Quassel-Lieferant Aldi.
14 Rappen kostet die Minute von Aldi Suisse zu Aldi Suisse und ins Schweizer Festnetz. Ein SMS kostet 10 Rappen, Anrufe ins übrige Mobilnetz liegen bei 34 Rappen und für CHF 20.00/Monat gibts 300 MB Surfdaten.
Deine bisherige Telefonnummer kannst Du mitnehmen.

Natürlich ist Dein Telefonverhalten anders als unseres. Durch die Vielfalt der Prepaid-Optionen spricht aus unserer Sicht jedoch nur wenig für ein Abo.
Ausgenommen von diesen Überlegungen sind natürlich die Leute, die ihr Smartphone im Businessumfeld nutzen.

Hier lauern richtige Kostenfallen!

Wenn Du Dich im Grenzgebiet Schweiz – Nachbarstaaten bewegst, schalte unbedingt die Funktion „Datenroaming“ in Deinem Smartphone aus. Denn es kann vorkommen, dass Dein Telefon sich ganz unbemerkt mit einem ausländischen Anbieter verbindet und so immense Roamingkosten generiert. Denn so schicke Apps wie Wetter und ähnliches saugen ständig Daten herunter.

Unsere Empfehlung ist einfach umsetzbar. Deaktiviere sowohl das Datenroaming wie auch die Mobilfunk-Datenfunktion.
Wenn Du unterwegs eine Datenverbindung brauchst (Fahrplan oder so), aktiviere (meist mit einem einfachen Häkchensetzen) die Funktion und schalte sie anschliessend wieder aus.
Auf diese Weise habe ich die letzten zehn Tage grad mal 3MB von meinen 250 gebraucht.

Es spricht also alles dafür, den Telekommunikationsanbietern nur das zu bezahlen, was Sie auch wirklich brauchen.
Mit dem gesparten Geld hast Du dann schon mal ein sattes Polster, um Deinen Lieben eine schöne Bescherung unter den Christbaum zu legen.

(Die obigen Angaben und Einstellmöglichkeiten zu den Telekommunikationsanbietern – insbesondere alles zum Thema Sunrise – waren zum Zeitpunkt, als ich den Blogartikel geschrieben habe, aktuell. Verständlicherweise übernehme ich keine Gewähr für die Richtigkeit, denn die Anbieter können jederzeit Änderungen am Angebot vornehmen.)

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