Was wo im Gehirn abgeht – eine kleine Landkarte

Geschrieben von am 21. März 2013 | Abgelegt unter Coaching, Hypnose, Kommunikation, Medizin, Mentaltraining, Psychologie

Die Hauptabteilungen des menschlichen Gehirns sind unter dem Aspekt der Evolution unterschiedlich alt. Während die jüngeren Teile, das Gross- und Kleinhirn im weitesten Sinn für das Denken, Fühlen und die Bewegungskoordination zuständig sind, sorgt das Stammhirn als ältester Teil für unser Überleben.
Dieser Beitrag ist der erste in einer kleinen Serie die Dir zeigt, was das Gehirn kann und wie Du es – beispielsweise bei chronischen Schmerzen – austricksen kannst.

Unser Gehirn hat sich im Laufe der Evolution so weit entwickelt, dass wir Menschen zur dominanten Rasse auf dem Planeten Erde geworden sind.
Obwohl kein Computer ein menschliches Gehirn mit allen seinen Möglichkeiten abbilden kann, ist das Gehirn bei weitem weniger „gescheit“ als es den Anschein macht.

So lässt es sich leicht täuschen und ist oft nicht in der Lage, Reize richtig einzuschätzen und angemessene Handlungsanweisungen zu geben.
Dieser Umstand kann ausgenutzt werden, um dem Hirn per Suggestion Anweisungen – zum Beispiel Schmerzkontrolle – einzuspeisen die es sehr schnell und effizient umsetzt.

Um zu verstehen, wie das funktionieren könnte, gibt’s erst einmal eine einfache Einführung in das Wesen und Wirken der grauen Masse in unserem Kopf.

Der grosse Denker und Fühler

Da ist einmal das Grosshirn, dessen Entwicklung uns zu dem macht, was wir sind. Dem Grosshirn wird zugeschrieben, Ort des Bewusstseins und des Denkens zu sein.
Spezifische Areale sorgen dafür, dass wir die Fähigkeit haben, zu fühlen, riechen und hören indem die von den zuständigen Sinnesorganen ausgeschickten Reize ausgewertet und so erlebbar gemacht werden.

Der Kleinautomat arbeitet im stillen Kämmerlein

Es folgt das Kleinhirn, dass verantwortlich ist für die Regelung des Gleichgewichtes und die Bewegungskoordination. Im Kleinhirn sind, ähnlich wie bei einem Computer der Co-Prozessor (der den Hauptprozessor entlastet), viele kleine „Unterprogramme“ gespeichert, die bei Bedarf automatisch ausgeführt werden. Stell Dir vor, Du fährst im Auto auf ein Lichtsignal zu, das gerade auf rot wechselt. Sowie Deine Augen das rote Licht sehen, verlangsamt sich das to wie von Zauberhand und bleibt schliesslich sanft vor dem Signal stehen. Und das, obwohl Du gerade einen spannenden Eishockeymatch im Radio hörst.

Das Überbleibsel aus der Reptilienzeit

Nun kommt das Stammhirn, einer der spannendsten Teile, der auch heute den Wissenschaflern mehr Fragen als Antworten gibt.
Das Stammhirn wird auch als Reptiliengehirn bezeichnet weil es der Geschichte unserer Entwicklung der älteste Teil des Gehirns ist.
Das Stammhirn gliedert sich in drei Teile: Zwischenhirn, Mittelhirn und Nachhirn (Medulla oblongata). In den Arbeitsbereich des Stammhirns fällt die Regelung unterbewusster, unwillkürlicher Funktionen.
Die Psychotherapeuten Freud und Jung sehen das Stammhirn als Sitz des Unbewussten und der Emotionen.

Die jüngst Entdeckung: Das Einkaufszentrum im Mandelkern

Hier also findet sich das „Einkaufszentrum“ im Gehirn der Frau und von hier bekommen Männer den „Torschrei-Impuls“ beim Fussball.
Daran ist die Amygdala (Mandelkern) massgeblich beteiligt, deren Bedeutung erst in neuster Zeit erkannt worden ist.
Die Amygdala besteht aus 13 Kernen und liegt paarig im inneren Teil des Temporallappens und unterstützt das übrige Stammhirn dabei, seine zentrale Aufgabe wahrzunehmen. Nämlich unser Überleben zu sichern. Komme was wolle.
Um das zu bewerkstelligen, hat das Stammhirn zwei einfache Grundprogramme.

  • 1. Veränderung ist lebensbedrohlich und das, was jetzt ist (und wenn es
    sich noch so schlecht anfühlt) hat das Überleben gesichert.
    Alles, was es kennt ist gut zu kontrollieren und so kann der
    Hauptauftrag – Erhaltung des Lebens – besonders gut erfüllt werden.
  • 2. Alles, was neu ist und von Aussen kommt wird sofort vom Unterbewusstsein untersucht, ob es eine Gefahr für das Leben mit sich bringt.
    Finden sich im Fundus der Erfahrungen keine Referenzwerte, so gilt
    automatisch das Unbekannte als lebensgefährlich.

Hier werden auch die Blockaden generiert, die Menschen dazu bringen, wichtige Dinge auf dem Weg zum Ziel zu vermeiden und so erfolglos zu sein.
Weil vieles, was uns im Alltag fremd vorkommt zwar nicht lebensgefährlich, dafür unbekannt ist, stellt sich das Reptilienhgehirn oftmals „neben die Schuhe“ – beispielweise mit^Ängsten, Panik, Stress und anderem mehr. So sorgt so kräftig dafür, dass Menschen an alten Gewohnheiten festhalten und dabei eine heftig Leidensfähigkeit entwickeln können.
Einfach deshalb, weil Veränderungen oft irreale Ängste hervorrufen, selbst wenn Du nur daran denkst.

Hier gehts zu den weiteren Folgen des kleinen Exkurses ins Gehirn:

Ein paar Gehirnareale unter der Lupe
Landkarte der Sinnesorgane
Schmerz entsteht nur im Kopf

 

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