Schmerz entsteht nur im Kopf

Geschrieben von am 11. Juni 2013 | Abgelegt unter Coaching, Hypnose, Medizin, Mentaltraining, Psychologie

Das Nervensystem transportiert Signale von der Körper-Peripherie via Rückenmark ins Gehirn. Dort bildet sich der Schmerz in der entsprechenden Körperfühlsphäre ab. Um Schmerzen zu verhindern, müssen diese „Telefonleitungen“ unterbrochen werden.
Ein äusserst wirksames Mittel dafür ist Hypnose.

Stell Dir vor, Du greifst auf eine heisse Herdplatte. Du fühlst die Hitze und ziehst automatisch Deine Hand zurück. Die Nerven an Deinen Fingern schicken den „Heiss-Impuls“ zum Rückenmark. Dieses löst sofort ein Programm aus, dass alle Deine Muskeln aktiviert um Deine Hand zurückzuziehen. Du nimmst das als reflexartige Antwort auf die Hitze wahr.

Nerven, Rückenmark und Gehirn: Alles ist eins.

Zugleich geht die Schmerzinformation über langsamere „Kabel“ ins Gehirn und löst in der Körperfühlsphäre der Finger das aus, was Du als Schmerz empfindest.
Zugleich wird ein Programm ins Kleinhirn geschrieben, dass Dich in ähnlichen Situationen künftig vorsichtiger sein lässt.
Würde die Hitze-Information erst ins Gehirn gesendet und da den „Hand-Zurückzieh-Effekt“ auslösen, so wäre die Zeit, in der Deine Finger auf der Herdplatte liegen um etliches länger und entsprechend die Verletzung der Haut grösser.
Die Einheit von Nerven (zentrales und peripheres Nervensystem), Rückenmark und Gehirn arbeitet optimal zu Deinem Schutz zusammen.

Verletzungen senden Dauersignale

Bis die Hitze-Verletzungen an Deinen Fingern geheilt sind, senden die entsprechenden Nerven Schmerzsignale ins Gehirn. Ist alles wieder in Ordnung, so sind im Idealfall auch die Schmerzen wieder weg.
Dasselbe Muster läuft bei jeder anderen Art von traumatischer Einwirkung, Verletzungen, Operationen und ähnlichem ab.

Wirbelsäulen-DauerschmerzSchmerzmittel, Anästhesiemittel und andere mehr setzen nun dort an, wo der Ursprung des Schmerzsignales ist und unterdrücken dieses. Sobald kein Störefried mehr ins Gehirn gelangt, wird der Schmerz nicht mehr wahrgenommen.

Doch auch die Natur ist unvollkommen. So kann es geschehen, dass eine Verletzung zwar komplett abgeheilt ist und obwohl eigentlich alles wieder im Lot sein müsste – der Schmerz ist noch immer da. Weil das Gehirn eine Endlosschleife generiert, aus der es selber nicht mehr heraus kommt.
Typische Beispiele dafür sind Phantomschmerzen nach einer Amputation, chronische Schmerzen nach einem Schleudertraumas oder Dauerschmerzen nach einer an und für sich gute verlaufenen Operation.
Auch bei Schmerzstörungen mit psychologischem Hintergrund laufen ähnliche Mechanismen ab. Typische Vertreter dieser Kategorie sind Kopfschmerzen, Migräne, Muskelschmerzen, Rückenschmerzen oder Magenschmerzen.
Dieser Teufelskreis beginnt nach einiger Zeit mehr und mehr an der Psyche zu nagen und weil die Mediziner trotz starker Medikamente irgendwann nicht mehr weiter wissen, stecken sie solche Menschen gerne mal in die „Psycho-Schublade“.
Kommt dazu, dass ich niemanden kenne, der gerne lebenslänglich an Medikamente gekettet ist.

Schmerzkontrolle mit Hypnose – ein hochwirksamer Schlüssel

Es gibt nur einen Weg, um eine chronische Schmerzschleife oder andere Reaktionen, die zwanghaft oder antrainiert sind, zu behandeln.
Dieser Weg führt direkt in die Alpha- oder Theta-Gehirnwellen, die für tiefe Entspannung verantwortlich sind.
Du kennst das sicher: Kurz vor dem Einschlafen kommst Du in einen Zustand, in dem Du angenehm entspannt im Bett liegst. Gedanken, Bilder, Geräusche oder Gefühle des vergangenen Tages ziehen an Dir vorbei und manchmal bekommst Du die Lösung für ein Problem, dass Du gerade am Bearbeiten bist. Und irgendwann schläfst Du ein… und träumst…
Genau dieser Zustand ist das, was die Hirnforscher „Alpha-Zustand“ nennen. Hier schwingt Dein Gehirn mit etwa sieben bis 14 Schwingungen pro Sekunde.
Hier öffnet sich die Tür zu Deinem Unterbewusstsein einen Spalt und gibt Dir Ressourcen frei, mit denen Du beispielsweise längst vergessen geglaubte Erinnerungen wieder findest, kreativ visualisieren oder Schmerzprogramme überschreiben kannst.

Ein neues Programm etablieren

Statt nun Abend für Abend auf die Einschlafphase zu warten, gelangst Du mit Hypnose und Selbsthypnose zu jedem Zeitpunkt in diesen Veränderungszustand.
Mit verschiedenen Techniken überschreibst Du das Schmerzprogramm in Deinen Zellen zum Beispiel mit einer Erinnerung daran, als du Dich richtig gut gefühlt hast.
Zudem kannst Du lernen, zu jeder Zeit mit ein paar Atemzügen in eine tiefe Entspannung zu kommen und Dir zielführende Suggestionen zu geben.

Vielleicht hast Du schon Erfahrungen mit Selbstsuggestionen gemacht. Ein Klassiker ist die Suggestion von Emile Coué: „Es geht mir mit jeden Tag und in jeder Hinsicht immer besser und besser!“
Und möglicherweise will das nicht so richtig funktionieren, weil irgendetwas stört, das Du nicht benennen kannst.
Dann mach doch mal ein kleines Experiment mit Dir selber. Stell Dir vor, während Du ganz tief entspannt bist, dass Du neben Dir stehst und Dir die Suggestion gibst. Du sagst Dir selber also: „Es geht DIR mit jeden Tag und in jeder Hinsicht immer besser und besser!“

Das ist mein Geheimrezept. Und derjenige, der mir die Suggestionen gibt, heisst „Professor Hampi“.

Lies einfach mal hier, wie Hypnose geht und wie ich Dich mit Deinen Themen auf dem Weg zum Erfolg begleite.

Hier gehts zu den weiteren Folgen des kleinen Exkurses ins Gehirn:

Was wo im Gehirn abgeht – eine kleine Landkarte
Ein paar Gehirnareale unter der Lupe
Landkarte der Sinnesorgane

 

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Ein Kommentar zu “Schmerz entsteht nur im Kopf”

  1. am 16. Juni 2013 um 15:41 1.Franz Josef Neffe schrieb …

    COUÉ hat ja jeden Tag ganz konkret den vielen Besuchern aus aller Welt demonstriert, dass und wie man Schmerz in 1 Minute Wegwegweg…….schicken kann.
    Auch Schmerzen werden ja konkret von Kräften gemacht und Kräften kann man immer neue Aufträge geben.

    Ich habe es im Ich-kann-Schule-Vortrag dieses Wochenende auch wieder ins Bewusstsein gehoben: Wenn wir von der Nachbarin etwas wollen, reden wir sie nett und freundlich an, wenn wir von uns selbst etwas wollen und das klappt nicht gleich, sagen und denken wir: „Ich blöder Kerl, jetzt fällt mir das schon wieder nicht ein!“

    Wir sind durch eine völlig lebensblinde und papiergläubige Pädagogik dazu abgerichtet, uns selbst ganz vollautomatisch immer wie einen FEIN zu behandeln. Das ist ein ungünstiger Startpunkt für Autosuggestion, wenn einem das nicht bewusst ist.

    Wenn du dann als Professor – also als einer jener „Allmächtigen“, die uns in diese Probleme hineinsuggeriert haben – zu dir sprichst, reagierst du weiter als gutes Ausführungsorgan.

    Langfristig ist es aber sicher hilfreicher, den ganzen Schwindel aufzudecken und sich davon zu verabschieden.

    Guten Erfolg!

    Franz Josef Neffe

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