2012 – der Maya-Kalender und Jehovas Zeugen

Geschrieben von am 20. April 2011 | Abgelegt unter Esoterik, Grenzwissenschaft, Kommunikation, Kultur, Meine Meinung, Mentaltraining, Psychologie

Meine erste Erfahrung mit Weltuntergängen hatte ich um 1960. Ich war damals noch Kindergärtler und immer Dienstags war meine Mutter gut drauf. Das zeigte sich darin, dass ich zwanzig Rappen bekam um damit beim Bäckermeister Zielinsky ein Gipfeli zum Znüni (Hochdeutsch: Ein Hörnchen zum Frühstück) kaufen zu können.
Das gabs damals wirklich noch für zwanzig Rappen.

Ein Gipfeli generiert einen Glaubenssatz

Nun begab es sich, dass der von Jehovas Zeugen vorhergesagte Weltuntergang genau auf einen Dienstag gefallen ist. Alle Welt sprach vom Untergang und im „Blick“ war er gross angekündigt. Und so wusste ich, um was es da ging. Oder meinte zumindest, es zu wissen. Ich konnte schon Lesen. Nur dass ich Lesen konnte hiess nicht zwingend, dass ich als Siebenjähriger auch genau verstanden habe was der Weltuntergang war.
So traf mich die Realität an jenem Dienstag hammerhart.
Die Bäckerei war leer und an der Tür hing ein Schild: „Heute wegen Weltuntergang geschlossen“.
Fazit: Ich ging hungrig in den Kindergarten und habe den Glaubenssatz generiert: „Weltuntergang heisst, Bäckermeister Zielinsky hat geschlossen und ich muss ohne Znüni in den Kindergarten…“

Gottseidank war da noch meine Kindergartenliebe Christeli – deren Eltern hatten eine Metzgerei. Weltuntergang fand bei denen nicht statt und so teilte sie ihr Wurstbrot mit mir.
Und so bin ich nochmals knapp um den persönlichen Hunger-Untergang herumgekommen.

Geht die Welt 2012 schon wieder unter?

Viele Menschen geben derzeit ihre Gedankenenergie in ein Weltuntergangsszenario das im Dezember 2012 stattfinden soll. Weil die Maya ja einen „Ewigen Kalender“ geschaffen haben, der dann am 21. Dezember 2012 abrupt endet.
Manche denken sich, dass das Ende schon eingeläutet worden ist. Schlagworte dazu sind Lybien-Krise, Atomkraftwerke, die von heute auf morgen Teufelszeugs geworden sind, die Klimaerwärmung, die Finanzkrise und vieles mehr.
Wieviel davon gezielte Desinformation ist, lasse ich da mal offen. Weil das sonst wieder Futter für die Verschwörungstheoretiker ist und ich mich aus dieser Ecke raushalte.
Du siehst schon, wie hier die tollsten Bewusstseinsfelder erzeugt werden. Und sind dieses Felder einmal stark genug, mutieren sie zu Selbstläufern weil von denen, die an das Ende glauben, unbewusst darauf hingearbeitet wird, dass sich die Prophezeihungen auch erfüllen. Zumindest für die „Gläubigen“.

Lustlose Maya

Es kann ja sein, dass das Szenario um das Ende des Maya-Kalenders ganz anders war. Es ist ja allgemein bekannt, dass die sehenden Priester verschiedenster Kulturen schon mal das eine oder andere Pilzchen intus hatten um sehend zu sein.
Nur mal angenommen, den Maya sind die Pilzchen ausgegangen. Vielleicht wegen zu grosser Dürre. Dann ist halt der Kalender da fertig, wo nicht mehr gesehen wird.
Oder die Schreibmaterialien sind aufgebraucht. Ohne Pergament und Stift ist halt da der Kalender fertig.
Diese Erklärung ist ebenso gut wie der esoterische Weltuntergang. Denn die Maya haben ja offen gelassen, aus welchen Gründen sie den Kalender nur bis zum am 21. Dezember 2012 geschrieben haben.

Wer weiss – vielleicht sind sie einfach in die Ferien gefahren und haben danach auf Kalendermachen keine Lust mehr gehabt.

In diesem Sinne:
Mehr Lebensfreude!

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2 Kommentare zu “2012 – der Maya-Kalender und Jehovas Zeugen”

  1. am 21. April 2011 um 11:03 1.Rene schrieb …

    Na, dann machen wir uns auf zu nicht esoterischen, mayischen, sondern auf unsere eigenen prophezeiungen.

  2. am 27. August 2011 um 10:41 2.marcel bruno gehrig schrieb …

    viellicht ist der Kalender auch am 21.12.2012 fertig weil wir danach genug Lebensfreude haben, und nicht mehr im Kalender nachgucken müssen wann wir Lebensfreude haben könnten.

    viellicht bekommt am 21.12.2012 das Schneewittchen das grosse husten und spuckt
    den vergifteten apfel wieder aus.
    und wir können die Einheit wieder alls Einheit erkennen, und müssen sie nicht mehr
    in gut und böse , gestern heute und morgen etc. unterteilen.

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