Wie „Loslassen“ praktisch funktioniert

Geschrieben von am 8. Februar 2012 | Abgelegt unter Coaching, Grenzwissenschaft, Kommunikation, Medizin, Mentaltraining, Psychologie


Manch einer wünscht sich, störende Emotionen einfach loslassen zu können. Möglichkeiten, wie das gehen kann, finden sich im Modell von NLP und in allerlei Meditations-Empfehlungen. Vieles davon funktioniert nur begrenzt.
Eine einfache Möglichkeit ist das Personalisieren von Emotionen weil das unseren Verstand mit einbezieht. Statt den Verstand kramphaft wegzumeditieren wird er so zum machtvollen Verbündeten.

Immer wieder treffen wir auf Situationen, in denen es hilfreich ist, loszulassen. Die meisten Empfehlungen gehen in die Richtung „Mach Dich mal ganz leer“. In unserem hektischen Alltag brummen jedoch ständig Gedanken durch unser Gehirn und je mehr wir die mundtod machen wollen, desto lauter brummts.
Neulich habe ich mich mit einem Freund darüber unterhalten. Der hat für viele Alltagsdinge für sich einfache Erklärungen gefunden indem er beobachtet, wie die Natur Körper, Geist und Seele zusammenspielen lässt.

Botschaften des Unterbewusstseins verstehen

Wenn Du etwas isst, was Dir nicht bekommt, dann will Dein Körper diese Störefriede möglichst schnell wieder loswerden. Wie er das macht ist sattsam bekannt.

Wenn nun die Seele – die möglicherweise mit dem Unterbewusstsein identisch ist – etwas erwischt hat was ihr nicht bekommt, so will sie es ebenso schnell loswerden.
Doch erst einmal muss sie zeigen, dass ihr etwas gegen den Strich geht. Dazu nutzt sie das Mittel der Emotionen. Das können Dinge sein, die im Alltag immer wieder ins Bewusstsein gelangen und dabei schlechte Gefühle produzieren. Ein anderes Mittel sind Träume.
Träume, die „im Stillen“ verarbeitet werden sind Dinge, die unsere Seele – oder eben das Unterbewusstsein – selber heilt. Hingegen sind Träume, an die man sich erinnert und die irgendwelche Gemütsregungen hervorrufen Zeichen dafür, dass die Seele damit nicht selber fertig wird.

Da gilt es, nachzuhelfen und erst einmal die Botschaften zu verstehen.

Mein Freund teilt das ganz praktisch so ein:

  • Wiederkehrende und mit negativen Emotionen geladene Erinnerungen sind Symptome für etwas, das tiefer liegt. So eine Art Grundprinzip das es zu finden gilt. Dazu nimmt man die Emotion und beobachtet, bei welchen Themen sie noch auftaucht. So findet sich auf einmal der rote Faden.
  • Wiederkehrende, mit positiven Emotionen besetzte Erinnerungen die zu Gedanken führen wie „Ach wäre es doch wie damals“ sind Sehnsüchte. Und Sehnsüchte können genauso hinderlich sein wie schlechte Gefühle.
  • Bei erinnerten Träumen gilt es herauszufinden, in welche der vorstehenden Kategorien diese gehören.

Wenn der rote Faden gefunden ist, kann mit dem stärksten erinnerten Ereignis (meistens das, was immer wieder auftaucht) gearbeitet werden um es ein für alle Mal loszuwerden. Dazu wird einfach die Emotion personalisiert und weggeschickt.

Loslassen – so geht’s

Am einfachsten wird das mit einem Beispiel verständlich.

Mal angenommen, Du erinnerst Dich zu jedem passenden und unpassenden Zeitpunkt daran, dass Du Dir als Kind an einem Schaufenster die Nase plattgedrückt hast weil da ein Spielzeug ausgestellt war, dass Du Dir mit aller Herzenskraft gewünscht hast. Du hast alle legalen Möglichkeiten ausgeschöpft, um es zu bekommen. Du hast Deine Eltern gebeten, es Dir zu kaufen. Doch da hast Du auf Granit gebissen. Du hast Dein Taschengeld gezählt – es reichte hinten und vorn nicht. Sogar an jenem Wettbewerb in einer Jugendzeitschrift hast Du teilgenommen, weil es da genau das zu gewinnen gab, was du Dir so sehr gewünscht hast. Fehlanzeige – den Preis hat jemand anderes gewonnen.

Alle diese Niederlagen haben in Dir einen Glaubenssatz installiert, dass Du machen kannst was immer Du willst und doch bleiben Deine Wünsche unerfüllt. Das einzige was dir bleibt, ist immer wieder die Nase an der Scheibe plattzudrücken und dabei mitzubekommen, wie andere den Preis abräumen.

Wenn Du diese Erinnerung mit Situationen vergleichst, die Du als Erwachsener erlebt hast, so wirst Du einiges finden, was deckungsgleich ist. Vielleicht hast du Deinen Traumjob nicht bekommen – jemand anderes hat ihn Dir weggeschnappt. Und die Euromillions gewinnt sowieso immer irgendwer – nur nicht Du. Oder jener Auftrag, wo Du Dein Herzblut gegeben hast, um ihn zu bekommen – Fehlanzeige. Und dafür immer wieder das Bild in Dir, wie Du die Nase an der Scheibe des Spielwarenladens plattdrückst.

Und schon bist Du im Selbstsabotage-Modus und vereitelst dir den Erfolg selber. Und da willst Du jetzt endlich raus.
Stell Dir stellvertretend für Deine Emotion eine Person vor und gib ihr einen Namen. Zum Beispiel taufst Du sie „Plattnase“. Mal Dir aus, wie Plattnase aussieht. Und dann beginn mal mit Plattnase zu sprechen – im stillen Kämmerlein darf das auch ruhig etwas lauter werden.
Erkläre Plattnase, dass Du keine Verwendung mehr für ihn hast. Dass Du von ihm gelernt hast und jetzt genug ist. Dann bitte ihn freundlich, jetzt zu gehen und Dich in Ruhe zu lassen. Geht er nicht, dann nimm mal den kategorischen Imperativ. Geht er immer noch nicht so sag ihm, dass er Dich mal kann und dass Du ihn künftig als nichtexistent ignorieren willst. Die meisten Plattnasen ziehen es vor, dann zu gehen. Denn ignoriert zu werden ist für viele die grösste Strafe.

Wohlverstanden, die Erinnerung an die Schaufenster-Situation wird bleiben. Wir löschen ja nichts aus dem Gedächtnis. Nur bleibt sie eine Erinnerung ohne die schmerzlichen Emotionen. Denn Plattnase ist ja weg.

Glücksgefühle mitnehmen

Bleibt noch die Sache mit den Sehnsüchten. Destilliere das Glücksgefühl heraus, dass in Dir entsteht, wenn Du eine vergangene Situation erinnerst. Zum Beispiel jener Abend am Strand, wo Die untergehende Sonne Dich in ihre wärmenden Strahlen einhüllt und Du einen friedvollen und stärkenden Moment erlebt hast.

Stell Dir vor, wie dieses Gefühl als Person aussieht. Gib auch ihr einen Namen und bitte Sie, ab jetzt Dein Begleiter im Alltag zu sein. Ein Begleiter, der Dich mit offenen Augen durchs Leben gehen lässt und Dir hilft, jenes Glücksgefühl ganz einfach jeden Tag zu erleben. Bei irgendeinem Ereignis.

Du wirst feststellen, dass die energiefressende Sehnsucht von alleine verschwindet weil Du Dir ja Dein Glück täglich holst.

Viel Spass beim Ausprobieren.

PS: Klick einfach hier und schau, was Du an Hilfe bekommen kannst wenn Emotionen so fest sitzen, dass Du etwas Hilfe brauchst.

 

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