Ist die Welt so wie Du denkst oder so wie du glaubst?

Geschrieben von am 18. März 2011 | Abgelegt unter Coaching, Esoterik, Grenzwissenschaft, Medizin, Mentaltraining, Psychologie

„Die Welt ist so, wie du Sie denkst“.
Diesen Satz habe ich mal in einem Seminar gehört, doch irgendwie will er nicht so richtig für mich passen.

„Die Energie folgt den Gedanken“.
Auch diesen Satz hat mir mal eine Trainerin vermittelt. Schön wärs, wenn das so einfach funktioniert. Eigene Beobachtungen und Diskussionen mit anderen Menschen zeigen mir, dass das bedingt funktioniert. Und meist passiert das, was so unkontrolliert als „Trittbrettfahrer“ eines „richtigen“ Wunsches oder einer „richtigen“ Idee fast unbemerkt mitläuft.

„Der Glaube versetzt Berge“.
So oder ähnlich stehts in verschiedenen Schriften, die von den Menschen als heilig bezeichnet werden. Diese Aussage weist letzten Endes darauf hin, dass es einen Prozess des Glaubens geben muss.
Was bedeutet das Wort „Glauben“? In Wikipedia steht unter anderem
„Das Wort Glaube (auch Glauben) (indogermanisch leubh: ‚begehren, lieb haben, für lieb erklären, gutheissen, loben‘) wird neben der hier nicht behandelten Verwendung im Sinne von ‚etwas für wahr halten‘ verwendet, um eine Grundhaltung des Vertrauens zu bezeichnen.“

Das zentrale Element, das Bewusstseinsfelder am meisten inspiriert, scheint das Glauben im Sinne von „etwas für wahr halten“ zu sein.

Auch Aberglaube ist Glaube

Sicher kennst Du jemanden, der abergläubisch ist. Der vielleicht fest glaubt, dass ein Vertrag niemals an einem Freitag den 13. unterzeichnet werden darf. Weil sonst das Geschäft garantiert in die Hosen geht.
Wenn nun ein solcher Mensch aus wer weiss was für Gründen gezwungen ist, einen Vertrag am Freitag, den 13. zu unterschreiben – richtig geraten: Unbewusst lässt er nun alles Erdenkliche ablaufen, damit aus diesem Vertrag ein Misserfolg resultiert. Was bedeutet, dass sein Glaube siegen wird.

Versteckte Attentäter auf Dein Glück

Nun, viele behaupten von sich, nicht abergläubisch zu sein. Und dennoch misslingen immer mal wieder „todsichere“ Dinge ohne ersichtlichen Grund. Möglicherweise deshalb, weil unbemerkt etwas abläuft, was im Modell von NLP „Neuro Linguistic Programming“ als Glaubenssatz bezeichnet wird.
Doch wo kommen denn Glaubenssätze her? Tauch einfach mal in mein Denkmodell ein und glaube, dass es so sein könnte.

Von der Autobahn über den Feldweg zur Landstrasse

Eines Tages kommt ein Baby – nennen wir es Luzia – zur Welt und die ganze Menschheit freut sich darüber. Stell Dir vor, dass das, worauf das Luzia ihre ersten Schritte ins Leben macht, eine unendlich breite Autobahn ist. Diese Autobahn steht als Symbol für Luzias grenzenlose Möglichkeiten.
Doch schon vom ersten Atemzug an bringen Eltern, Verwandte, Freunde und später Kindergärtnerinnen, Lehrer, Pfarrer, Lehrmeister… der Luzia bei, wie die Welt funktioniert, was „man“ tut und was nicht und wie „frau“ zu sein hat. Und natürlich auch was alles nicht geht oder gar unmöglich ist. Und wenns nur Löffelbiegen mit mentaler Kraft ist. Wo kämen wir mit unserer Physik denn hin, wenn sowas funktionieren würde…
So sammelt sich in Luzia im Laufe der Zeit viel Brauchbares und auch ein gerüttelt Mass angeistigem Müll an.
Irgendwann ist Luzia erwachsen und vollgestopft mit den Ansichten und Denkweisen anderer. All dieses Zeugs hat unter anderem zur Folge, dass Luzias „Autobahn der Möglichkeiten“ bedenklich schmal geworden ist – eigentlich bewegt sie sich nur noch auf einem Feldweg.
Instinktiv spürt sie, dass das doch nicht ihre Realität sein kann. Und weil sie diesen Artikel hier gelesen hat, beginnt sie nun Seminare und Workshops zu besuchen und wird wahrscheinlich – wenn sie ihr eigenens Denken und Glauben findet – irgendwann wieder mindestens auf einer „Landstrasse der Möglichkeiten“ ihren Lebensweg weiter gehen.

Die Attentäter auf Dein Glück ausschalten – eine gute Übung für Dich

Im Modell von NLP lernst Du einige Möglichkeiten, um Deine Glaubenssätze umzuprogrammieren. Das läuft vom Prinzip her meist so oder ähnlich ab – wobei die Übung unter Anleitung eines NLP-Coaches am besten funktioniert:

  • Suche dir drei Glaubenssätze (A, B, C) von denen A und B im gleichen Kontext stehen und dich behindern. Du solltest dir
      * bei A 100% sicher sein, dass es stimmt (z.B. „Es ist wichtig, sich Namen merken zu können!“)
      * bei B 100% sicher sein, dass es nicht stimmt, aber wäre schön, wenn es so wäre (z.B. „Ich kann mir gut Namen merken!“)
      * bei C nicht sicher sein und es sollte dir auch eigentlich egal sein (z.B. „In Dänemark gibt es mehr Frauen als Männer!“)
  • 2. Finde die Submodalitäten (das sind Eigenschaften) für starke und schwache Glaubenssätze (Gemeinsamkeiten von A und B im Gegensatz zu C) auf den Sinneskanälen Visuell (Sehen), Auditiv (Hören) und Kinästhetisch (Fühlen)
    (Visuell, Auditiv, Kinästhetisch sind üblicherweise unterschiedlich stark)
  • 3. Erlebe nun A und B mit den Submodalitäten von C (Mapping across)
  • 4. Jetzt sollten deine Glaubenssätze deutlich schwächer und entspannter sein (z.B. „Kannst du dir Namen von Personen merken?“ „Klar – aber ist das so wichtig?“)
  • 5. Nun Kannst Du noch B in die Eigenschaften von A bringen.
  • Hier findest Du mehr zu den Glaubenssätzen aus der Sicht von NLP.

    Scheint im ersten Moment ganz einfach zu sein. Allerdings stellt sich die Frage, ob sich tatsächlich etwas verändert und wenn ja, wie nachhaltig die Veränderung ist.
    Das Modell von NLP ist verhaltenstherapeutisch orientiert und gehört zu den zudeckenden Verfahren. Das bedeutet, dass ein neues Verhalten über das alte geklatscht wird ohne dass die Ursachen der Glaubenssätze aufgedeckt werden.
    In vielen Fällen ist das Resultat davon eine zeitweilige Veränderung hin zum gewünschten Ziel. Denn es ist wie mit dem Schimmelpilz im Badezimmer: Wenn nur die Wand frisch gestrichen wird ist er bald wieder da.

    Die Spur wird wärmer

    NLP-Techniken scheinen also nicht zu dieser Art von tiefem und unerschütterlichem Glauben zu führen, der genug Energie in sich hat, um Bewusstseinsfelder nachhaltig mit einer gewünschten Realität zu programmieren. Du erinnerst Dich: Wenn die Energie im Feld eine kritische Masse erreicht, so manifestiert sich Dein Gedanken-Projekt in der Realität.
    Und vielleicht kommst Du jetzt auf den Trichter, weshalb der Lottosechser immer nur anderen zufällt…

    In der nächsten Folge ergründen wir, ob Meditation und Gebete zum rechten Glauben führen und so der Schlüssel zum Bewusstsein(sfeld) sind.

    Bis dahin wünsche ich Dir noch
    Mehr Lebensfreude!

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    4 Kommentare zu “Ist die Welt so wie Du denkst oder so wie du glaubst?”

    1. am 22. März 2011 um 14:32 1.Heike Schwerzmann schrieb …

      Lieber Hanspeter interessant und wirklich gut deine Webseite! Freue mich auf die Sitzungen mit dir und ich „glaube“ daran, dass ich mit deiner Hilfe Berge versetzen werde 🙂 umarme dich lieb, eure Heike.

    2. am 25. März 2011 um 17:36 2.Renate Richter schrieb …

      Hallo; Hanspeter – wenn das nicht zum Staunen ist: fast zeitgleich zu Deinem Blogartikel sitze ich in einem Workshop und wir diskutieren: warum ist das Reisetäschchen von Tante Frieda gefühlte 50 kg schwerer, als der Reiseballast der Liebsten?
      Warum vergeht die halbe Stunde Warten am Bahnhof auf den Zug von Tante Frieda soo langsam und beim Zug der Liebsten sooo schnell.
      Vielleicht ist also die Welt eher so wie ich (mich) fühle?
      Herzliche Grüße Renate

    3. am 18. Juni 2011 um 12:43 3.Reinhard schrieb …

      DAS EXPERIMENT „MENSCH“ IST GRANDIOS GESCHEITERT!

      „Von der Autobahn über den Feldweg zur Landstrasse“
      da drückst du genau das aus, was ich empfinde – leider ist die landstrasse noch nicht das ende, es gibt noch sackgassen und undurchdringlichen, schlammigen wildwuchs, wo es weder vor noch zurück gibt! das ist mit grossen schmerzen für den menschen verbunden.

      das bringt mich zu dem schluss, dass die menschheit grandios gescheitert ist und gut daran täte sich nicht mehr zu reproduzieren.

      HÖRT ENDLICH AUF KINDER IN DIESE WELT ZU SETZEN!!!

    4. am 19. Juni 2013 um 15:31 4.Franz Josef Neffe schrieb …

      Von klein auf hat man uns immer MIT DRUCK ERZOGEN.
      Dank einer völlig lebensblinden Pädagogik interessiert sich niemand dafür, dass MIT DRUCK ERZIEHEN UNMÖGLICH ist. Druck gehört nicht zur Wortfamilie „ziehen“.
      Man hat uns MIT DRUCK ERDRÜCKT.
      Unsere ErZIEHung war und ist immer noch ErDRÜCKung.
      Unser Unglück sind dabei nicht unsere Glaubenssätze sondern dass man uns – durch Belohnung von Unterwerfung und Bestrafung von Auflebeversuchen – wirkliche Selbstreflexion tabuisiert und blockiert hat. Erlaubt ist nur die vorgeschriebene Reflexion nach Schema.

      In der Ich-kann-Schule ist die Verwechselung von SOG und Druck bzw. die Ausschaltung des Sog-Prinzips in der Pädagogik erkannt und aufgehoben.
      Wenn man nicht als ErDRÜCKer denkt und lebt und wirkt sondern als ein Mensch, der sich was auf- und einfallen lässt, was ZIEHT, bekommt das Leben eine grundsätzlich andere Qualität.
      Dann kann man denken, was man glaubt, und glauben, was man denkt.
      Dann befreien und ordnen sich die Glaubenssätze und richten sich am Leben aus statt an Papiervorgaben. Damit es dem Leben nicht langweilig wird mit uns, lässt es sich immer wieder was für uns einfallen, dass wir es doch noch lernen.
      Guten Erfolg!

      Franz Josef Neffe

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